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12. Januar 2015

Burnout

Filed under: Allgemein — Sandy @ 12:01

Burnout-Syndrom: Was ist das eigentlich genau?

Trotz der Bekanntheit des Burnout-Syndroms wissen viele Menschen nicht, was genau darunter zu verstehen ist. Diese Erklärung räumt mit Missverständnissen auf und zeigt, warum eine Psychotherapie zur Behandlung gehört.

Der englische Begriff „Burnout“ ist inzwischen gut bekannt. Wer das Wort hört, denkt dabei gleich an einen Zustand starker Erschöpfung oder auch Ausgebranntsein, was dem englischen Begriff entspricht. Trotzdem wird das Burnout-Syndrom oft missverstanden. „Du, ich habe gerade Burnout, ich muss mich mal ein Weilchen hinlegen“: Wer so redet, mag zwar ziemlich erschöpft sein, hat aber höchstwahrscheinlich kein Burnout. „Herr Müller-Schmidt hat monatelang in der Abteilung allein die Stellung gehalten, wo sonst drei Kollegen beschäftigt sind. Dazu mischte sich ständig sein cholerischer Chef in alles ein. Zu Hause musste er sich dann noch um seine schwer erkrankte Frau kümmern. Jetzt ist Herr Müller-Schmidt selbst krankgeschrieben und tritt demnächst eine längere Kur an.“ Dies wiederum ist ein eindeutiger Fall von Burnout. Eine extrem belastende und andauernde Lebensphase führt schließlich zu einem körperlichen und psychischen Erschöpfungszustand bis hin zum Zusammenbruch. Deshalb ist hier neben einer allgemeinen ärztlichen Behandlung eine Psychotherapie angezeigt, um die Folgen des Burnouts zu behandeln und möglichst einem weiteren Burnout vorzubeugen.

Wie kommt es zum Burnout-Syndrom?

Ein Burnout entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich allmählich, gelegentlich auch in Schüben. Meistens sind erhöhte berufliche oder familiäre Anforderungen die Ursache. Gefährdet sind auch perfektionistische und überdurchschnittlich leistungsorientierte Personen mit Hang zur Selbstausbeutung. Das Bestreben, es stets allen recht zu machen und eigene Bedürfnisse zurückzustellen, ist als weiterer Auslöser von Burnout bekannt. Die aufgeführten Ursachenbeispiele zeigen bereits, dass eine Psychotherapie gezielt auf burnoutförderndes Verhalten eingehen und künftiger Gefährdung vorbeugen kann. Eigene Einstellungen überdenken und Konsequenzen aus dem Geschehenen zu ziehen gelingt mittels einer Psychotherapie erfahrungsgemäß sehr gut.

Burnout betrifft nicht nur Manager, sondern kann unter allgemeinen beruflichen außergewöhnlichen Belastungen auftreten. Dazu ist Burnout besonders häufig in sozial ausgerichteten Berufsfeldern wie zum Beispiel Altenpflege, Krankenpflege, Erziehung oder Seelsorge. Ebenfalls oft betroffen sind sich geradezu Aufopfernde in der Pflege alter oder kranker Familienangehöriger. Hilfsbereite Personen ergreifen gern Berufe, in denen diese Eigenschaft gefragt ist und unterstützen bereitwillig Verwandte und Freunde. Dabei verausgaben sie sich leicht körperlich und emotional, ohne dies rechtzeitig zu bemerken. Häufig bleiben außerdem die verdiente Anerkennung und Dankbarkeit aus und es entwickelt sich langsam Frust, der die Burnout-Entwicklung beschleunigt.

Anzeichen für ein Burnout

Neben einer allgemeinen Erschöpfung, die durchaus mit einer noch im Normalbereich liegenden vorübergehenden Ermüdungsphase in einer stressigen Situation verwechselt werden kann, zeigen folgende Anzeichen an, dass es sich bereits um ein Burnout handelt:

  • Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit, Zynismus
  • Versagensängste
  • Antriebslosigkeit, Apathie
  • Gefühl innerer Leere
  • nachlassendes Interesse an einer Tätigkeit
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung
  • sozialer Rückzug
  • Aufgeben von Hobbys
  • psychosomatische Leiden wie Herz-Kreislauf-Probleme, Schwindel, Tinnitus, Hörsturz, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfweh, Rückenschmerzen

Nicht zwingend alle, aber mehrere der aufgeführten Anzeichen signalisieren ein Burnout. Gelegentlich ist ein erhöhter Alkohol- oder Aufputschmittelkonsum zu beobachten.

Damit ist klar: Burnout ist ernst zu nehmen und keineswegs eine Modediagnose oder gar Einbildung.

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